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  • »Qniemiec« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 22. Juni 2015, 23:36

Schwache Basen

Hallo allerseits,
da ich mir gerade etwas umfangreichere Gedanken zum Thema "Säuren und Basen" mache, bin ich dabei auch auf so Begriffe wie "starke Basen" und "schwache Basen" getroffen, und wenn ich dann nachschaue, was die Theorie dazu sagt, geht es dabei übereinstimmend (nur) um den den pKB-Wert des "Säurerests", der im Falle von Metallhydroxiden das Hydroxyl-Ion ist. Ok, so weit, so gut, Metallhydroxide sollten also in jedem Fall "starke Basen" sein. Das zumindest sagt die Theorie. Wenn ich mir dagegen vor Augen halte, was passiert, wenn ich meine Finger in Kalilauge halte, oder Salmiakgeist, oder Kalkwasser, oder gar eine wässrige Lösung von Magnesiumoxid (das sich wahrscheinlich nicht mal ordentlich im Wasser löst), sieht das schon ganz anders aus. Praktisch also dürfte Kalkwasser eine wesentlich schwächere Base sein als Kali- oder Natronlauge (so wie ich mir umgekehrt vorstellen kann, dass es vielleicht Säuren gibt, die zwar lt. pKs-Wert starke Säuren sein sollten, es kraft ihrer Schwerlöslichkeit dann aber doch nicht sind).

Wie ist das also mit der "Schwäche" oder "Stärke" einer Base oder Säure, zB. bei der pH-Wert-Berechnung? Was ich mir vorstellen könnte, wäre zB., dass ein 1-molares Kalkwasser zwar theoretisch denselben pH-Wert wie eine 1-molare Natronlauge hätte, so ein pH-Wert dann aber praktisch doch nicht erreichbar ist, weil das ganze vorher am Löslichkeitsprodukt des Calciumhyroxids als limitierendem Faktor scheitert...

Man liest sich,
Qniemiec

2

Dienstag, 23. Juni 2015, 15:07

Wie ist das also mit der "Schwäche" oder "Stärke" einer Base oder Säure, zB. bei der pH-Wert-Berechnung? Was ich mir vorstellen könnte, wäre zB., dass ein 1-molares Kalkwasser zwar theoretisch denselben pH-Wert wie eine 1-molare Natronlauge hätte, so ein pH-Wert dann aber praktisch doch nicht erreichbar ist, weil das ganze vorher am Löslichkeitsprodukt des Calciumhyroxids als limitierendem Faktor scheitert...


Dem kann ich nur zustimmen:

Nach Säure - Base - Formalismus sind zwei formal verschiedene Betrachtungsweisen möglich :

1. Nach BRÖNSTED sind Metallhydroxide selbst überhaupt keine Basen. Base ist allein das Hydroxidion. Dessen niedriger pKb - Wert aber deshalb nicht zu einem entsprechend niedrigen pOH - Wert, bzw. einem hohen pH - Wert führt, weil im Fall einer geringen Löslichkeit des Hydroxids die in die MWG - Beziehung eingehende Gesamtkonzentration der in Lösung befindlichen Hydroxidionen gering ist.

Analog, nur eben um Zehnerpotenzen krasser ist der Fall der Metalloxide , bzw. der Base O2- , deren pKb - Wert angeblich bei etwa -28 liegen soll.

2. Nach ARRHENIUS sind die Metallhydroxide zwar Basen. Aber wie hoch die Dissozziationskonstante auch sein mag , auch hier limitiert natürlich eine möglicher Weise geringe Löslichkeit die bei der Dissozziation erzeugbare Konzentration an Hydroxidionen.
Während Oxide nach ARRHENIUS keine Basen sind.

Zusammengefasst : Man muss zwischen Basenstärke und Basenwirkung unterscheiden. Was Übrigens auch bei Säuren natürlich nicht anders ist . So ist die Säurewirkung von "Kohlensäure" nicht nur wegen des pKs - Werts gering, sondern auch wegen der geringen Löslichkeit von CO2 in Wasser. Wobei sich dies natürlich auch gegenseitig bedingt. Denn wäre der pKs Wert von H2CO3 /CO2 niedriger, dann wäre auch die Löslichkeit von CO2 zweiffellos höher, denn in die MWG - Beziehung für das Löslichkeitsgleichgewicht geht unmittelbar nur c(CO2) , aber nicht c(HCO3- ) und c(CO32-) ein.

  • »Qniemiec« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 63

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3

Dienstag, 23. Juni 2015, 15:33

Danke. Meine Denkrichtung war also nicht verkehrt: Kalkwasser wäre damt ein Fall für das Schubkästchen "stark verdünnte starke Base" :-), so wie es vielleicht auch rein pKs-mäßig starke Säuren gibt, die kraft ihrer Schwerlöslichkeit dann aber doch nicht so arg sauer sind.
Man liest sich,
Qniemiec

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